Das 15. Bornaer StadtGespräch - Ist das Freibad Wyhraaue realisierbar?

Trotz heißer Temperaturen und hitziger Debatten mitten im Wahlkampf um den Oberbürgermeisterposten in Borna fand am Donnerstag, den 4. Juni, eine informative und sachliche Veranstaltung zum Thema Freibad statt. Eingeladen hatte das Bornaer Stadtjournal unter der Moderation von Bernd Schneider.
Im Podium Platz genommen hatten Herr Bürgermeister Stengel,  Frau Strobel und Herr Kunz vom Projektbüro ARCADIS Deutschland GmbH, übrigens eines der führendsten Planungsbüros in Deutschland in Sachen Infrastruktur, Wasser, Umwelt und Immobilien sowie vom „Freibadverein Wyhraaue e. V., Vorsitzender Holger Luedtke und sein Stellvertreter, Klaus Sachse.
Die Fakten über die Herangehensweise des Planungsbüros finden Sie auf den nachfolgenden Seiten im Bornaer Stadtjournal. Somit können Sie sich noch einmal einen Überblick über die Kosten, die Standortanalyse, den Stand der Planung und den möglichen Bauablauf verschaffen.
Im Vorfeld des sachlichen und sehr ausführlichen Vortrages von Kristin Strobel, der Projektleiterin des Inframanagements ARCADIS, gab es noch Emotionen pur. Das kleine Filmchen von Franz Matthes, welches den Freibadeinsatz am 25. April dokumentierte, überblendet mit historischen Aufnahmen vom Ursprungsbau
Freibad Wyhraaue, erzeugte sofort eine positive Stimmung im
Publikum.
Im Nachgang der Ausführungen von ARCADIS wies Klaus Sachse, der damalige Bauleiter des Freibades, darauf hin, dass es noch niemals seit 1954 ein Hochwasser auf dem Gelände des Freibades gegeben hat. Bevor damals der Entschluss in der Bevölkerung wuchs, ein Freibad zu bauen, gab es ein Straßenbad mitten in der Stadt direkt in der Wyhra. Die Wyhraue hingegen lud hingegen schon immer zum Baden ein. Stürzten sich doch Badelustige in die Teiche, in denen die Bauern ihre Kühe tränkten (deshalb der Name Kuhteiche). Folgerichtig entstand in unzähligen Arbeitsstunden der damaligen Bornaer Bürger das Freibad Wyhraaue. Diesen Standort bevorzugen auch nach 6 Standortprüfungen die Planer von ARCADIS, was folgerichtig doch zu Fragen und Diskussionen der Zuschauer führte. Die verkehrstechnische Anbindung stand bei den Fragen zur Debatte, ebenso die Parkplatzsituation. Sollen doch nur 16 Parkplätze und viele Fahrradparkplätze zur Verfügung stehen. Da das Freibad mitten an den ausgeschilderten Rad- und Wanderwegen der Region liegt, wäre es für den sanften Tourismus ideal geeignet. Zumal es auch als Naturbad geplant ist. Kritiker des Freibades verweisen auf die uns umgebende Seenlandschaft und insbesondere auf den Bockwitzer See. Jedoch berichtete zum 13. Bornaer StadtGespräch am 21. Oktober 2014, Thomas Rößler, Abteilungsleiter der LMBV, dass dieser See weiterhin durch seine hohe Rückversäuerung nicht für den Gemeingebrauch geeignet ist. Der PH-Wert liegt bei 3,6. Der See unterliegt einem intensiven Monitoring zur Beschaffenheitsentwicklung. Im Orginalton warnten Herr Rößler und Frau Land, die Sachgebietsleiterin des Umweltamtes im Landratsamt Landkreis Leipzig, zu dieser benannten Veranstaltung vor dem frühzeitigen Entschluss des Gemeingebrauchs (Baden, Befahren, etc.). Sicherlich muss man auch hier die weitere Entwicklung im Blick haben. Und wer sagt auch, dass nicht beides geht - Freibad und Bockwitzer See? Deutlich hör- und spürbar war der Wille eines Großteils der Bornaer Bürger am 4. Juni. Die meisten Bürger der Stadt wollen ein Freibad. Frau Kupsch, als anwesend interessierte Bürgerin, gab allen folgende Hausaufgaben auf den Weg: „Es gab schon einmal gute Ideen zur Bewerbung der Landesgartenschau in dieser Stadt. Bitte greifen Sie diese doch auf und entwickeln Sie diese weiter! Wir Bornaer benötigen und wollen ein Freibad. Starten Sie doch einen Erfahrungsaustausch mit den Regisern und Neukieritzschern, wie sie die Betreibung lösen.“ Das Thema Freibad wird uns in unserer Heimatstadt mit Sicherheit weiter beschäftigen. Natürlich muss erst einmal der Stadtrat über das vorgelegte Konzept von ARCADIS entscheiden. Sicherlich müssen noch „Stellschrauben“ in Sachen Finanzierung nachgedreht werden. Lösungsansätze gibt es jedoch viele. „Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe!“