Wurzener Stadtjournal

Im Kanu unterwegs, Tipps und Regeln – Auf die Gurke, fertig, los!

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Aufblasbares Boot im Tragesack, dazu das Zubehör - optimal für den Transport.
Wassersport erfreut sich großer Beliebtheit, ob Hartschalenboot oder aufblasbares Boot, alles hat Vor- und Nachteile. Letztere haben den Vorteil, man benötigt wenig Lagerfläche und kann sie gut transportieren. Der Nachteil, in Gewässern mit Steinen oder Brombeerranken sind sie trotz der scheinbar starken Materialstärke anfällig und schnell ist es mit dem Spaß vorbei. Hartschalenboote gibt es in verschiedenen Längen, als Einer, Zweier, Dreier oder Vierer. Leichte Boote sind etwas teurer, doch die Anschaffung lohnt sich, denn der Transport zum Wasser und an Schleusen geht leichter. Bedenken Sie, wenn das Boot auf das Autodach gelegt werden muss, man wird älter.

Doch bevor es soweit ist, gilt es einige Regeln zu befolgen. Das Boot muss mit einem Namen beschriftet werden, die Buchstaben müssen dabei 10 cm groß sein.

Zusätzlich muss ein Schild mit der Adresse des Eigners und der Telefon-Nummer angebracht sein. Im Boot sollten ein Schöpfgefäß und ein Schwamm sein, so bekommt man Spritzwasser raus und kann auch das Boot auswischen. Eine Leine zum Ziehen des Bootes an der Schleuse oder Verzurren am Steg ist notwendig. Am Paddel sollten Tropfenringe sein, so läuft kaum Wasser ins Boot. Ist das Boot kürzer 4,8 m, so müssen Kinder bis 12 Jahre immer eine Schwimmweste tragen (auch wenn sie schwimmen können)!

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Beim Spreewaldmarathon locken die Gurkenmedaillen - am Bootshaus Leineweber kann man mit einem Leihboot oder dem eigenen Kanu starten, nach der Tour den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Entsprechend der geplanten Tour ist eine Wasserwanderkarte hilfreich, studieren Sie diese vor Fahrtantritt. Dem Handy sollte man keinesfalls vertrauen, z. B. ist im Spreewald oder auch Sachsen-Anhalt an vielen Orten kein Handyempfang, vielleicht der Akku leer. Wer ein Handy hat, sollte es bei der Tour ausschalten, nur so hat man einen Erholungseffekt. Sonnencreme, Panthenol Stift für die Lippen und Kopfbedeckung schützen Sie. Hartnäckige Sonnenstrahlen werden besonders gut vom Wasser zu Ihnen reflektiert – wer will schon eine „Rothaut“ sein oder tagelang Eis essen, weil die Lippen Brandblasen haben. Mückentötolin kennen viele noch von Herricht & Preil, einreiben, einstecken – manchmal hilfts. Nach einer kurzen Probefahrt kann gestartet werden, vergessen Sie nicht, ihre Blase zu entleeren. Egal ob auf dem See, Kanal oder im Spreewald, gegenseitige Rücksichtnahme ist das A und O um sich und andere Wassersportler nicht zu gefährden – achten Sie auf Schwimmer, schließlich soll die Tour ein Erlebnis werden. Wer z. B. in Leipzig paddelt muss auf die Durchfahrtzeiten achten, der Eisvogel stellt seine Uhr – die Wasserschutzpolizei ist sein Freund, mit 50 Euro ist man dabei.

Auch wenn es interessant scheint, stören sie nicht brütende Vögel oder eine Entenfamilie, ärgern sie keine Tiere – erfreuen sie sich aus der Ferne daran. Planen Sie ihre Tour so, dass Sie vor Sonnenuntergang zurück an Land sind. Im Spreewald ist es verboten, im Dunkeln mit Lampe zu fahren. Verzichten Sie auf Alkohol, zum einen wegen der Verkehrssicherheit, aber vor allem wegen der sportlichen Betätigung und möglichen Ausfallerscheinungen. An den Schleusen im Spreewald möglichst leichte Boote umtragen, es geht schneller, aber vor allem läuft nicht so viel Wasser weg. Lagern Sie ihr Boot und Ausrüstung bei einem Halt nicht auf dem Steg, andere wollen auch aussteigen. Bitte keinen Müll in der Natur zurücklassen.

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Ein leichtes Kanu kann man problemlos tragen.
Nach der Tour ist die Bootspflege das A und O, ist es einmal trocken, bekommt man den Schmutz schlecht ab, die Sichtkontrolle danach geht so auch besser. Viele denken, die Mulde vor der Haustür, alles ist optimal für eine Kanutour. Ein- und Ausstiege fehlen, auch werden die Wehre zum Problem. Die Kiesgrube in Eilenburg ist bewirtschaftet, hat eine Bootseinsatzstelle, die längste Runde auf dem Wasser ist 6 km lang – danach kann man noch planschen. Im Spreewald kann in Burg am Bootshaus Leineweber bei Familie Lehmann (Tel. 035603 60096) mit dem eigenen Boot eingesetzt werden oder man leiht sich ganz einfach eins der 180 Kanu dort aus und muss sich um nichts kümmern. Die Boote sind gründlich gereinigt, man bekommt eine Wasserwanderkarte und Hinweise vom fachkundigen Personal, kann anschließend noch den Tag bei Essen gemütlich ausklingen lassen. Übrigens, vom 18. – 21.04.2024 ist der Spreewaldmarathon in Burg, da kann man Laufen, Walken, Wandern, Radeln, Skaten oder Paddeln – die Sieger erhalten 2 kg schwere Pokale in Form einer goldenen Gurke, jeder die Gurkenmedaille. Moderator Adi und bekannte Olympiasieger werden vor Ort sein. Auch mich werden Sie dort im Helferstab und in Sportsachen sehen. Mit dem Kanu oder Stand up Paddling kann man 5 km, 10 km, 21 km oder 42 km auf den Fließen vom 7. April bis 31. Oktober fahren. Am Bootshaus Leineweber bekommt man die Streckenkarte, Startnummer, Verpflegungsmarken und bei Bedarf ein Kanu – im Ziel winken dann die Urkunde und Medaille in Form einer Gurke, je nach Streckenlänge in Grün, Bronze, Silber oder Gold. Also, „Auf die Gurke, fertig, los“ – es ist ein Erlebnis.

Text und Fotos: Ing. Frank Thomas

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