
Zwischen dem Weihnachtsoratorium (Kantaten 1 bis 3) am 13. Dezember, der Verabschiedung und dem Weihnachtsoratorium (Kantaten 4 bis 6) am 10. Januar durften wir, das BSJ, zum Abschlussinterview bei KMD Jens Staude (J.S.) zu Gast sein.
BSJ: Herr Staude wie fühlen Sie sich so kurz vor dem Ruhestand?
J.S.: Meine Gefühle sind gemischt. Mein erster Gedanke war, jetzt sind schon die zehn Jahre Dienst in Borna um. Ich freue mich und bin dankbar, dass ich wieder auf dem Weg der Gesundheit bin und bald den Ruhestand genießen darf. Und ich freue mich, dass meine Nachfolge geregelt ist und wir bereits miteinander telefonierten. Besonders freue ich mich, dass Herr Thomas Stadler, der neue KMD des Kirchenbezirkes, am 10. Januar zur Aufführung des Weihnachtsoratoriums (WO) Teil 2 zu Gast ist. Die Aufführung des kompletten WO gemeinsam mit dem Barock-Orchester Chemnitz war ein lang gehegter Wunsch von mir. Danke an die Kantorei, welche die Herausforderung annahm.

J.S.: Ich habe mich vom ersten Tag an gefreut, dass mir die Sängerinnen und Sänger der Kantorei ihr Vertrauen schenkten. Ich möchte mich an dieser Stelle bei KMD a. D. Bernhard Müller bedanken, der mich in den Aufführungen unterstützte, oft die Orgel spielte und mit seiner Ehefrau Ute sowohl im Posaunenchor als auch in der Kantorei mitsang. Weiterhin freue ich mich sehr, dass die Kantorei 15 neue Sänger bzw. Sängerinnen begrüßen konnte. Ich gedenke den bereits verstorbenen Sängern Max Brandenburg, Bärbel Claus und Heidi Napierski. Nachdem ich vor einigen Jahren den Jungbläserkreis gründete und dabei selbst noch das Posaune spielen erlernte, kann ich mich nun freuen, dass Karl Kinder und Norbert Zücker jetzt im Posaunenchor mitspielen. Ich werde die Jahre der Corona-Pandemie, in denen die Johannespassion entfallen musste und die erschwerten Bedingungen von allen Kirchenmusikern akzeptiert wurden, nicht vergessen. Ich denke an die vielen großartigen Konzerte, die wir gemeinsam mit der Kantorei aufführen durften und viele Gottesdienste die Kantorei und Posaunenchor mit ausgestaltet haben. Dies alles haben den Chor weitergebracht. Eine Herzensangelegenheit meiner Frau Christina und mir waren und sind, dass das Singen mit Kindern weiter ausgebaut wird. Auch hier haben uns die Coronajahre zurückgeworfen. Einige Kinder aus dem Kindersingen und dem Kindertreff unserer Gemeinde sangen im Dezember sogar die Choräle im Weihnachtsoratorium mit. Wir würden uns sehr freuen, wenn das Kindersingen weiter von der Gemeinde mitgetragen wird und Fahrt aufnimmt. Stolz bin ich auf die Einführung der Kreutzbach-Orgeltage. Mit jenen kann man den Wert des Schatzes der Kreutzbach-Orgel in der St. Marien-Kirche wertschätzen. Weiterhin durfte ich zwei Orgelgeneralsanierungen begleiten und gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten a. D. Katharina Landgraf das Projekt Kreutzbach-Orgel in Pegau umsetzen.
BSJ: Was werden Sie vermissen?
J.S.: Ich werde selbstverständlich all die Menschen vermissen, mit denen ich über die Jahre gearbeitet habe. Aus der Kantorei und dem Kollegenkreis sind auch tiefe Freundschaften entstanden. Danke an die immer unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadt Borna, vertreten durch den Oberbürgermeister Oliver Urban und den beiden in meiner Amtszeit tätigen Kulturchefinnen, Gabriele Schitke und Sally Martin. Ich möchte einen großen Dank an Superintendent Jochen Kinder sagen. Die Zusammenarbeit war vertrauensvoll, freundschaftlich – ja, eine sehr persönliche. Nicht zuletzt seine seelsorgerische und geistliche Begleitung in der Zeit meiner schweren Krankheit. Ich werde auch die Arbeit im Kulturraum vermissen. Es war ein wertschätzendes Miteinander auf Augenhöhe und von Respekt begleitet. Der Kontakt zu den anderen Kulturschaffenden war mir sehr wichtig und ich habe diese Arbeit geschätzt.
BSJ: Gibt es Ihrerseits noch Wünsche und Bitten, die Sie der Kirchgemeinde übermitteln möchten?
J.S.: Zunächst würde ich mich freuen, wenn alle der Kirchenmusik treu bleiben und die Konzerte, welche ich noch organisieren durfte, zahlreich besucht werden. Mein Wunsch, einen engen Kontakt mit dem Kindergarten zu pflegen und Angebote für die Kinder zu generieren, dass sie Freude am Singen haben, steht ganz vorn an. Ebenso wichtig wäre mir noch, den Kurrende- und Familientag im Kirchenbezirk weiterzuführen. Und nehmen sie alle meinen Nachfolger mit offenen Armen auf.
Bleiben sie alle behütet.
Manuela Krause