Verein der Freunde und Förderer der Fahrradkirche Zöbigker e.V.
Der Förderverein feiert sein 16-jähriges Jubiläum
Nach einem Brand 1942 blieb die Kirchruine jahrzehntelang eine Ruine und das sie umgebende Gelände verwilderte mehr und mehr, Wildwuchs war so dicht, dass nur noch wenig von ihr zu sehen war. Doch ganz in Vergessenheit geriet die ehemalige Dorfkirche dennoch nicht. Vor allem in der Nachwendezeit und Anfang der 2000er-Jahre kam die Kirchruine wieder ins Gespräch – interessierte Bürgerinnen und Bürger, unter anderem Friedhelm Hensen, Friedhardt Altmann, Hans-Jürgen Dülsner, aber auch die Pfarrer Arndt Haubold und Stephan Bickhardt sowie Pfarrerin Kathrin Bickhardt-Schulz wollten den Verfall stoppen. Es gelang ihnen, den Kirchenvorstand der Martin-Luther-Kirchgemeinde Markkleeberg-West dafür zu gewinnen, und packten die Sache an.
„Auf die Idee, aus der Kirchruine eine Fahrradkirche entstehen zu lassen, kam dann Stephan Bickhardt“, erinnert sich Ingrid Diestel, „doch es dauerte dann noch eine Weile.“ Als sie 2006 in Markkleeberg ihren Dienst antraten, war der Cospudener See schon seit einigen Jahren ein beliebtes Fahrradziel und ein schönes Naherholungsgebiet. Deshalb lag es nahe, die Kirchruine in christlicher Tradition einer zeitgemäßen Nutzung zuzuführen. Der Markkleeberger Architekt Hans-Jürgen Dülsner fertigte erste Zeichnungen an. Zunächst ging es aber erst einmal darum, das Gelände ringsum von Wildwuchs und Unrat zu befreien, um gut an die Ruine heranzukommen und sie wieder ins Blickfeld zu rücken.
Da sich auch mehr und mehr herum sprach, dass sich engagierte Bürgerinnen und Bürger dafür interessieren und sich einbringen möchten, konnte am 8. März 2010 in einem Restaurant am Cospudener See der Gründungsempfang des Vereins der Freunde und Förderer der Fahrradkirche Zöbigker e. V. stattfinden. Viele Besucher ließen sich von der optimistischen Stimmung mitreißen und träumten von der Zukunft der Fahrradkirche. Inzwischen hatten die W & V Architekten bereits den Siegerentwurf präsentiert und in den folgenden zehn Jahren erhielt der Verein von der öffentlichen Hand Fördermittel im fünfstelligen Bereich – und immer wieder Spenden von Privatpersonen* und Unternehmen (siehe „Spendensteine“ in der Fahrradkirche). So wurde u. a. möglich, dass die Fahrradkirche einen Turm erhielt und das Gelände ringsum gepflegt, einladend und wieder von einer ansehnlichen Mauer mit Portal umgeben ist. Auch die Idee, hier ein Pilgerquartier** und moderne Sanitäranlagen einzurichten, konnte umgesetzt werden.
Der Verein hat derzeit 59 Mitglieder und freut sich über neue Mitstreiter. Wer vor Kurzem oder demnächst in den Ruhestand gegangen ist bzw. geht und Interesse an einer schönen und interessanten Beschäftigung hat, kann sich gern einbringen.
Die Fahrradkirche ist alljährlich von „O bis O“, also von Ostern bis Oktober, geöffnet. Bei Führungen mit Ingrid Diestel kann man viel über die Geschichte der Kirche und Zöbigkers erfahren. Die erste von insgesamt 19 Veranstaltungen dieser Saison ist der Ostergottesdienst mit Pfarrerin Kathrin Bickhardt-Schulz am Montag, dem 6. April. Er beginnt um 11.00 Uhr, um 12.00 Uhr ist Start zum Anradeln.
Tipps:
Der „Tag der Begegnung“ am 11. April von 16.00 bis 18.00 Uhr steht unter dem Motto „Stethoskop & Windeltopp“. Nach einer Führung durch die Fahrradkirche liest Ingrid Distel Geschichten aus dem Alltag einer jungen Ärztin mit drei Kindern. Unter der Leitung von Jana Stefanek wird außerdem gemeinsam gesungen.
Am Sonnabend, den 23. Mai findet wieder das „Mitmach-Musizieren für alle“ statt. Wer dabei sein möchte, kommt, um zum eigenen Vergnügen zu musizieren und zu singen. Einfach kommen und mitmachen – es ist keine Aufführung. red
* Es sind limitierte „Aufbauanleihen“ 50 Euro pro Stück zu haben. Sie wurden von Michael Fischer-Art gestaltet und von ihm signiert. ** Lutherweg und Via Regia Imperii führen durch die Dorfstraße in Zöbigker und damit an der Fahrradkirche vorbei.