Henry Schulenburg über den neuen Bulli-Verein in Markkleeberg
Ein simpler Zweisitzer-Transporter, mehr war es nicht. Heute ist sein geliebter VW-Bus aus den frühen 1980er-Jahren ein vollwertiges Wohnmobil – komplett mit Schlafdach, Heizung, fließendem Wasser und Solaranlage. „Alles, was man unterwegs wirklich braucht“, sagt der Markkleeberger und lächelt. Was in den letzten Jahren mit seinem VW-Bus passiert ist, ist typisch für die Bulli-Szene: Aus einem Nutzfahrzeug wird ein Begleiter oder ein Traumfahrzeug, aus Bekannten werden Freunde und aus einer Idee ein Verein.
Seit 2003 hat Henry Schulenburg das „Bulli-Fieber“. „Und das ist wirklich ansteckend“, warnt er lächelnd. Im Freundeskreis gab es schon Bullis, dann kam der eigene Bus dazu. Was ihn begeistert? „Das Gesamtpaket: Das Reisen, das Freiheitsgefühl, die Technik und das Familien- und Community-Gefühl drumherum – alles gleichermaßen.“
Was macht den Bulli so besonders? Henry Schulenburg gerät ins Schwärmen: „Er ist außen kompakt und bietet innen, insbesondere bei Modellen mit Heckmotor, ein überraschend großes Raumgefühl. Motorleistung wird hier eher kleingeschrieben, hier gilt vielmehr: Der Weg ist das Ziel. So kann einen dieses Fahrzeug entschleunigt durch Europa bringen. Aber vor allem bringt er Menschen zusammen, denn die Gemeinschaft in der Bulli-Szene ist etwas ganz Besonderes.“
Um diesem besonderen Gefühl der Zusammengehörigkeit einen offiziellen Rahmen zu geben, gründete Henry Schulenburg gemeinsam mit Michael Möwes und anderen VW-Bus-Begeisterten die „VW-Bus Freunde Neuseenland e.V.“, einen jungen, offenen Markkleeberger Verein. „Uns verbindet die Leidenschaft für VW-Busse ab der ersten Generation“, erklärt er. Der Verein startete bewusst klein mit sieben Gründungsmitgliedern, mittlerweile sind es elf. „Wir freuen uns jederzeit über neue Mitglieder, denn wir möchten Menschen zusammenbringen, die ihre Liebe zu den Bullis teilen! Schrauber, Reisende, Familien und Nostalgiker – alle sind willkommen.“ Und das gilt ausdrücklich auch für Bulli-Fans, die noch keinen eigenen Bus besitzen. „Mit dem vielen Wissen im Verein können wir beim Kauf unterstützen oder Kontakte vermitteln“, betont Schulenburg.
Die Fahrzeuge vieler Vereinsmitglieder sind individuell ausgebaut. Jeder Bulli erzählt seine eigene Geschichte. Der älteste im Verein ist aktuell ein VW T3 aus dem Jahr 1981 – ein echtes Schmuckstück.
In der weltweiten Szene – von Großbritannien bis Australien – wird sich geholfen: mit Kontakten, Tipps, Ersatzteilen sowie Rat und Tat. „Bei uns findet man eher eine Community als einen klassischen Verein“, beschreibt Schulenburg die lockere Atmosphäre.
Aktuell nimmt die Organisation des zweiten Markkleeberger Bulli-Treffens viel Zeit in Anspruch. Am 27. und 28. Juni 2026 werden die VW-Bus Freunde auf der Festwiese am Festanger Bulli-Fans aus nah und fern begrüßen. Das erste Treffen fand noch auf dem Mönchereiplatz am Rande des agra-Parks statt. „Wir haben uns bewusst für die neue Fläche entschieden, da sie zentraler liegt und besser zugänglich ist“, erklärt Schulenburg. Das Treffen richtet sich dabei nicht nur an Teilnehmer mit eigenem VW-Bus: Auch interessierte Besucher und Schaulustige sind herzlich willkommen. Für sie ist der Eintritt frei.
Damit Projekte wie das Markkleeberger Bulli-Treffen überhaupt möglich werden, ist der Verein neben ehrenamtlichem Engagement auch auf Unterstützung angewiesen. Über Spenden freut man sich daher ebenfalls. Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten per PayPal oder Überweisung gibt es auf der Internetseite des Vereins.
Darüber hinaus sind weitere gemeinsame Veranstaltungen im Verein geplant, konkrete Pläne befinden sich allerdings noch im Aufbau. Der Verein möchte seine Aktivitäten in Zukunft weiter ausbauen – in Markkleeberg und darüber hinaus.