
Unter einem Dach arbeiten künftig das Kreisarchiv des Landkreises Leipzig, das Sächsische Wirtschaftsarchiv e. V. und der Förderverein DOKMitt e. V. zusammen. Gemeinsam bewahren sie umfangreiche Bestände zur Regional-, Wirtschafts-, Industrie- und Bergbaugeschichte und machen diese für Forschung, Bildung und Öffentlichkeit zugänglich.
„Mit dem Dokumentationszentrum sichern wir einen wichtigen Teil unserer regionalen Geschichte dauerhaft und unter modernen Bedingungen“, sagte Landrat Henry Graichen. Zugleich solle das Wissen für Wissenschaft, Heimat- und Familienforschung sowie alle Interessierten zugänglich sein.
Staatsministerin Regina Kraushaar betonte die Bedeutung des Projektes für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier: „Es gibt ohne Herkunft keine Zukunft. Zur Identität einer Region gehört das Wissen um die eigene Geschichte – und dieses Wissen wird hier in Borna im neuen Dokumentationszentrum lebendig gehalten.“ Bergbau und Industrie hätten die Region über Generationen geprägt. Umso wichtiger sei es, diese Geschichte wissenschaftlich aufzuarbeiten und für alle zugänglich zu machen.
Das neue Gebäude bietet klimatisierte Magazine, moderne Sicherheitstechnik sowie Benutzer-, Büro- und Veranstaltungsräume. Das Kreisarchiv allein verwahrt rund 10.000 laufende Meter Archiv- und Registraturgut. Auch Bürgerinnen und Bürger können nach vorheriger Anmeldung die Archivalien in den neuen Leseräumen nutzen – beispielsweise für Recherchen zur eigenen Familien- oder Ortsgeschichte.
Der Kreistag hatte im März 2022 den Baubeschluss gefasst, Ende 2023 begannen die Bauarbeiten. Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 17,7 Millionen Euro. Davon werden 16,5 Millionen Euro aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen und des Freistaates Sachsen gefördert. Das Dokumentationszentrum gehört zu den Strukturwandelprojekten im Mitteldeutschen Revier und ist der größte Hochbau, den der Landkreis Leipzig seit vielen Jahren als Bauherr realisiert hat.
reg (Fotos: Landkreis Leipzig/reg)