Landkreis Leipzig Journal

Neues Dokumentationszentrum in Borna eröffnet

Das neue Dokumentationszentrum in der Lobstädter Straße 36a in Borna. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde der Neubau am 1. September 2026 offiziell eröffnet. Hier finden künftig das Kreisarchiv des Landkreises Leipzig, das Sächsische Wirtschaftsarchiv und der Förderverein DOKMitt e. V. eine gemeinsame Wirkungsstätte.
Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit ist das neue Dokumentationszentrum in der Lobstädter Straße 36a in Borna eröffnet worden. Am 1. September 2026 übergaben Landrat Henry Graichen und die Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, den Neubau offiziell seiner Bestimmung.
Unter einem Dach arbeiten künftig das Kreisarchiv des Landkreises Leipzig, das Sächsische Wirtschaftsarchiv e. V. und der Förderverein DOKMitt e. V. zusammen. Gemeinsam bewahren sie umfangreiche Bestände zur Regional-, Wirtschafts-, Industrie- und Bergbaugeschichte und machen diese für Forschung, Bildung und Öffentlichkeit zugänglich.
„Mit dem Dokumentationszentrum sichern wir einen wichtigen Teil unserer regionalen Geschichte dauerhaft und unter modernen Bedingungen“, sagte Landrat Henry Graichen. Zugleich solle das Wissen für Wissenschaft, Heimat- und Familienforschung sowie alle Interessierten zugänglich sein.
Staatsministerin Regina Kraushaar betonte die Bedeutung des Projektes für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier: „Es gibt ohne Herkunft keine Zukunft. Zur Identität einer Region gehört das Wissen um die eigene Geschichte – und dieses Wissen wird hier in Borna im neuen Dokumentationszentrum lebendig gehalten.“ Bergbau und Industrie hätten die Region über Generationen geprägt. Umso wichtiger sei es, diese Geschichte wissenschaftlich aufzuarbeiten und für alle zugänglich zu machen.
Zahlreiche Gäste nutzten die Eröffnung, um das neue Dokumentationszentrum in Borna kennenzulernen und erste Einblicke in den neuen Ort für Regional-, Wirtschafts- und Industriegeschichte zu gewinnen.
Auch Peter Krümmel, Vorsitzender des Fördervereins DOKMitt e. V., hob die Bedeutung des Zentrums als Ort der Begegnung mit der regionalen Geschichte hervor: „Hier im neuen Dokumentationszentrum für Regional- und Wirtschaftsgeschichte kann jede und jeder die Geschichten entdecken, wie Menschen in guten wie in schlechten Zeiten ihr Leben gestalteten.“ Das Zentrum mache damit nicht nur historische Entwicklungen sichtbar, sondern auch, wie Menschen tiefgreifende Veränderungen bewältigt und neue Zukunftsperspektiven geschaffen haben.
Das neue Gebäude bietet klimatisierte Magazine, moderne Sicherheitstechnik sowie Benutzer-, Büro- und Veranstaltungsräume. Das Kreisarchiv allein verwahrt rund 10.000 laufende Meter Archiv- und Registraturgut. Auch Bürgerinnen und Bürger können nach vorheriger Anmeldung die Archivalien in den neuen Leseräumen nutzen – beispielsweise für Recherchen zur eigenen Familien- oder Ortsgeschichte.
Der Kreistag hatte im März 2022 den Baubeschluss gefasst, Ende 2023 begannen die Bauarbeiten. Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 17,7 Millionen Euro. Davon werden 16,5 Millionen Euro aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen und des Freistaates Sachsen gefördert. Das Dokumentationszentrum gehört zu den Strukturwandelprojekten im Mitteldeutschen Revier und ist der größte Hochbau, den der Landkreis Leipzig seit vielen Jahren als Bauherr realisiert hat.

reg (Fotos: Landkreis Leipzig/reg)

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