Landkreis Leipzig Journal

Schutz des Igels

Foto: Europäischer Igel (Foto: Sven Möhring, Untere Naturschutzbehörde)
Der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) zählt zu den bekanntesten heimischen Säugetieren. Trotz seines hohen Bekanntheitsgrades ist er zunehmend gefährdet. Hauptursachen dafür sind der Verlust geeigneter Lebensräume durch Versiegelung und Bebauung, der Rückgang von Insekten als Nahrungsgrundlage sowie Gefahren durch Straßenverkehr, Umweltgifte und technische Geräte wie Mähroboter.
Besonders der Einsatz von Mährobotern stellt für Igel in Wohngebieten ein ernstzunehmendes Problem dar. Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich einrollen, können sie von den Geräten schwer verletzt oder getötet werden. Tierarztpraxen und Auffangstationen berichten immer häufiger von Tieren mit schweren Schnittverletzungen. Auch moderne Sensorsysteme bieten bislang keinen vollständigen Schutz.
Der seit Jahren beobachtete Rückgang der Igelbestände wird dadurch zusätzlich verstärkt. Wie viele Tiere tatsächlich betroffen sind, ist bislang nicht ausreichend untersucht. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Mährobotern.
Empfohlen wird, die Geräte insbesondere während der Nacht nicht einzusetzen. Zwischen einer halben Stunde vor Sonnenuntergang und einer halben Stunde nach Sonnenaufgang sollten Mähroboter in der Ladestation bleiben. Gerade in dieser Zeit sind Igel aktiv auf Nahrungssuche. Bereits diese einfache Maßnahme kann einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiere leisten.
Darüber hinaus helfen naturnah gestaltete Gärten mit ungemähten Bereichen, blühenden Pflanzen und Rückzugsmöglichkeiten nicht nur dem Igel, sondern auch vielen anderen Tierarten. Ein bewussterer Umgang mit unseren Grünflächen kann dazu beitragen, die Artenvielfalt im direkten Wohnumfeld langfristig zu erhalten.

LRA Landkreis Leipzig

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