Markkleeberger Stadtjournal

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar wurde der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein des ehemaligen Frauenaußenlagers des KZ Buchenwald im Equipagenweg erinnerten Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Schulen an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt und ermordet wurden.

In ihren Ansprachen unterstrichen Landrat Henry Graichen und Oberbürgermeister Karsten Schütze die besondere Bedeutung des Erinnerns. Gerade in einer Zeit, in der historische Fakten zunehmend durch Fake News und bewusste Geschichtsverfälschung infrage gestellt werden, sei es wichtiger denn je, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Karsten Schütze dankte den rund 80 Anwesenden für ihre jahrelange, kontinuierliche Teilnahme an der Veranstaltung. Zugleich rief er dazu auf, das Erlebte weiterzutragen und darüber zu sprechen, um die Erinnerung lebendig zu halten.
Für einen würdevollen musikalischen Rahmen sorgten engagierte Schülerinnen und Schüler des musischen Profils der Rudolf-Hildebrand-Schule sowie Mitglieder der AG „Spurensuche“ mit jüdischen Liedern.

Besonders bewegend war der Beitrag von Hannelore Hensen, die vom Schicksal der Holocaust-Überlebenden Eva Mozes berichtete. Diese wurde gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Miriam am 27. Januar 1945 – auf den Tag genau vor 81 Jahren – aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit. Beide waren damals elf Jahre alt. Während sie den Nationalsozialismus überlebten, wurden ihre Eltern und zwei Schwestern ermordet. Später verarbeitete Eva Mozes Kor ihre Erfahrungen in mehreren Büchern. Sie verstarb im Jahr 2019 in Krakau.

Erinnern ist nicht nur Rückblick, sondern auch Auftrag für Gegenwart und Zukunft.

bw (Text & Fotos)




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