Markkleeberger Stadtjournal

Trainerwunsch „Punktgewinn“ beim Favoriten nicht erfüllt

„Manche fahren zum Start der Winterferien in Sachsen gen Süden, um Ski zu fahren, wir fahren nach Bayern zum Volleyball spielen!“ schrieben unsere Neuseenland-Volleys bei Instagram, und gingen zusammen mit sechs Fans auf die rund 450 km lange Busreise zu den aktuell auf Platz vier der Tabelle liegenden und damit natürlich hoch favorisierten Damen des Turnvereins Planegg-Krailling 1907 e.V. Wieder ein schweres Spiel für die Markkleebergerinnen also, zumal sie gegen die Gastgeberinnen sowohl in der 2. Bundesliga Süd als auch im Hinspiel nicht gewinnen konnten. Aber der TV hat in dieser Liga auch schon mal etwas „geschwächelt“ und zwei seiner bisher acht Heimspiele verloren, ist also nicht ganz unschlagbar. Das und die Fanunterstützung sollte doch Mut machen.

Nicht ganz ohne Optimismus schaute auch Trainer Tim Reichenbach voraus: „Das letzte Drittel der Saison liegt vor uns und trotz der Ankündigung, dass der TV Hörde, egal welchen Platz er erreicht, absteigen möchte, liegt vor allem mit dem geringen Punktabstand zu Dingolfing noch eine große Herausforderung vor uns. Nicht zuletzt deshalb wollen wir im Saisonendspurt nochmal Vollgas geben, uns von Woche zu Woche weiterentwickeln und gegen Planegg das erste Mal versuchen, auch den Top-Teams der Liga Punkte zu entlocken.“

Unsere Mädels gingen mit den wieder sehr hörbaren Fans im Rücken optimistisch ins Spiel, und wollten gegen den Favoriten den Trainerwunsch erfüllen. Doch es zeigte sich ziemlich schnell, dass das ein schwieriges Unterfangen werden würde.

Satz 1 begann mit einem schnellen Rückstand und zwei ebenso schnellen Auszeiten unseres Trainers bei 3:8 und 5:11. Doch die änderten nichts daran, dass unsere Mädels dem fast durchweg überlegenen Spiel der Gastgeberinnen nicht wirklich erfolgreich begegnen konnten. Und so war der Satz nach 20 Minuten mit 14:25 recht schnell vorbei.

Satz 2 nahm dann zu Beginn einen ganz anderen Verlauf, denn obwohl sie sich gleich mal vier Aufschlagfehler fast in Folge leisteten, gingen unsere Mädels in Führung und verteidigten diese bis zur Auszeit des Gastgebertrainers bei 8:5. Dann drehte sich aber das Spiel langsam und die Planeggerinnen glichen bei 8:8 erstmals aus. Bis zum 10:10 ging es dann hin und her, aber von da an gerieten unsere Mädels Punkt für Punkt wieder in Rückstand und verloren nach 22 Minuten auch diesen Satz mit 17:25.

Satz 3 begann nach einer 10-Minuten-Pause wie der erste Satz, doch unsere Mädels fingen sich und konnten bei 9:9 erstmals ausgleichen. Eine Auszeit des Gastgebertrainers beim 11:11-Ausgleich nützte erstmal nichts, denn unsere Mädels gingen durch starke Aufschläge von Bianka Werner sogar in Führung. Beim mutmachenden 15:11 folgte die zweite gegnerische Auszeit, die dann leider unseren „Lauf“ unter-brach, denn die Planeggerinnen glichen zum 15:15 aus. Jetzt ging es erstmal wieder hin und her bis zum 18:18. Danach wurden die Gastgeberinnen wieder stärker, und auch die beiden Auszeiten, die sich Trainer Tim Reichenbach für die Crunchtime aufgehoben hatte und bei 18:20 und 19:23 nahm, konnten leider den 19:25-Satzverlust nach 24 umkämpften Minuten und damit die letztlich klare 0:3-Niederlage nicht verhindern.

Die Minen auf dem gemeinsamen Foto von Team und Fans nach dem Spiel waren wohl nur bei den mitgereisten Fans richtig fröhlich. Zurecht, denn sie hatten wieder für gute Stimmung gesorgt. Generell meine ich übrigens, dass sie eine durchaus wichtige Rolle für unsere Wahrnehmung spielen. Das wird auch aus dem deutlich, was mir Förderkreismitglied David Freiberg schrieb, nachdem ich erwähnte, dass man sie im Stream gut hören konnte : „Eigentlich nutzen die Planegger keine Trommel, da sie zu nah an den Spielern sitzen. Aber als sie sahen, dass wir eine haben... haben sie mitgemacht. Ein Planegger war deren Capo und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Stimmung anzuheizen (wie beim Fußball). Hat er auch wirklich gut gemacht. Aber der Planegg-Krailling-Trainer hat denen dann im 3. Satz untersagt, ihre Trommel weiter zu nutzen - daher waren wir dann im letzten Satz im Vorteil. Wir haben auch wieder einen guten Eindruck hinterlassen. In anschließenden Gesprächen haben sich die Planegger bedankt und gefreut, dass wir stimmungstechnisch einen schönen Schlagabtausch geliefert hatten. Waren nach dem Spiel wirklich gute Gespräche mit denen. Dass wir uns mit den Fans der Gegner verstehen, ist eigentlich fast immer der Fall.“

Gut so und gern weiter so ! Dass Team und Fans „schon“ am Sonntagmorgen gegen halb vier wieder zu Hause waren, vervollständigt das Bild in durchaus erwähnenswerter Weise. Alle Achtung!

Der Vollständigkeit meiner Spielbeobachtung am DYN-Stream halber ist noch zu erwähnen, dass (wieder) Tabea-Eliane Dreiack unsere silberne MVP wurde, und ja, auch, dass mal wieder der eine oder andere „Fehlblick“ der Schiedsrichter nur auf unserer Seite stattfand. Dass wir dagegen protestierten, brachte (außer unserem Trainer eine gelbe Karte im zweiten Satz), natürlich nichts. Ob sowas spielentscheidend ist, bleibt eh immer nur Vermutung, Spaß macht es aber zugegebenermaßen auf Dauer nicht.

Von der Tabellensituation her war das Wochenende leider nicht so gut. Wir bleiben zwar auf Tabellenplatz 12, aber Hörde und Dingolfing holten drei und Berlin zwei Punkte gegen uns auf. Nur Düsseldorf blieb ohne Punkte und damit auf dem bisherigen Abstand von drei Punkten vor unseren Mädels.

Nun richtet sich der Blick aber schon auf die kommenden wichtige(re)n Spiele. Los geht’s am 14.02.2026 18 Uhr. Da empfangen unsere Mädels auf „Profi-Hallenboden“ in der Neuseenlandhalle den aktuell Tabellensechsten DSHS SnowTrex Köln. Die „Bodenbesonderheit“ will ich versuchen kurz näher zu erklären. Nur für dieses eine Spiel muss mit viel Mühe ein in Erfurt geliehener, aus vielen einzelnen Elementen bestehender Premium-Hallenboden von dort antransportiert, auf unseren Hallenboden verlegt, dann wieder abgebaut und nach Erfurt zurückgebracht werden. Wir hätten uns diese Kosten und den Aufwand gern erspart, müssen aber die Forderung der VBL, dass jedes Team der 2. Liga pro mindestens einmal in der Saison auf einem solchen Boden in eigener Halle spielen muss, erfüllen.

Alternativ hätte ein solcher Hallenboden übrigens von uns auch gekauft werden können. Aber abgesehen von den nicht leistbaren fünfstelligen Investitionskosten hätten Lagermöglichkeiten gefehlt und wäre der Boden zu jedem Heimspiel erneut auf- und abzubauen gewesen. Nicht annähernd lösbar für uns. In Hallen, wo nur Volleyball stattfindet (das ist zumindest in der 1. Bundesliga wohl oft der Fall), kann ein solcher Boden dauerhaft verlegt werden bzw. man hat Lagermöglichkeiten und Manpower für den andauernden Auf- und Abbau. Das ist bei uns nicht machbar. In Erfurt übrigens auch nicht, deshalb bietet sich glücklicherweise die Leihmöglichkeit.

Zurück zum Spiel - das Hinspiel in Köln hatten unsere Mädels mit 1:3 knapp verloren, Revanche steht also an. Das und der besondere Hallenboden machen einen Besuch in der Halle am 14.02.2026 18 Uhr besonders lohnenswert, meine ich. Also : seid wieder dabei. Und, liebe Männer, bringt eure Frau oder Freundin mit, auch wenn oder gerade weil Valentinstag ist.

Nun noch kurz zu unseren Reinker Neuseenland-Volleys : die hatten am spielfreien Wochenende der Damen 1 ihr Derby Nr. 1 beim TSV Leipzig 76 in Grünau. Nach der ziemlich ernüchternden Heimspielniederlage eine Woche zuvor sollte natürlich ein Sieg her, um die Tabellenspitze nicht aus dem Blick zu verlieren. Doch auch die TSV-Mädels wollten nach zwei Niederlagen zuletzt mal wieder gewinnen und sich für die 1:3-Hinspielniederlage revanchieren. Und das schafften sie (leider) mit einem letztlich verdienten 3:2-Sieg, der unsere Mädels zunächst auf Tabellenplatz 3 der Regionalliga Ost zurückwarf.

Diesen Sonntag stand ihr Derby Nr. 2 an, diesmal bei der Engelsdorfer Lok. Nach dem 3:1-Sieg daheim sollte gegen den Tabellenletzten natürlich auch auswärts gewonnen werden. Dies gelang, auch wenn die Sätze durchaus umkämpft waren, mit dem 3:0-Sieg, der sie wieder an die Tabellenspitze brachte. Übrigens auch hier wie fast immer eine tolle Fanunterstützung. Gut gemacht, beide!

Eine sehr schöne Nachricht gibt es noch von unseren ganz jungen Damen: Bei der Bezirksmeisterschaft Leipzig 2026 am 01.02.2026 haben sie nämlich die etablierteren LE Volleys und VV Grimma auf die Plätze verwiesen und dürfen nun bei der Sachsenmeisterschaft am 08.03.2026 in Dresden an den Start gehen. Unsere Bemühungen, neben dem Flaggschiff Damen 1 und den weiteren Erwachsenenteams auch die Nachwuchsboote „in den Wind zu bringen“, tragen offenbar Früchte

Rainer Leipnitz, Foto: Neuseenland-Volleys

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